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Der Weg zur perfekten Domain

Foto: Die perfekte Domain finden

Anmerkungen und Tipps, wie du zur richtigen Domain findest.

Die perfekte Domain ist oft schon vergeben. Dann heißt es Alternativen suchen. Bevor die Website online geht und die Visitenkarten gedruckt sind, gilt es, Fehler bei der Domainwahl zu vermeiden. Denn überhastete Entscheidungen beim Domainkauf sind im Nachhinein oft schwer zu korrigieren.

Wie wichtig ist der Domainname?

Dem Domainnamen kommt in der Markenführung große Bedeutung zu. Im Idealfall ist er ident mit dem Markennamen oder mit einer Produktbezeichnung. Der Domainname kann auch eine Kampagne oder einen Slogan der Marke repräsentieren.

Viele Kunden fragen mich oft nach der richtigen Domain. Gemeinsam erarbeiten wir dann mögliche Varianten. Durch ein Ausschlussverfahren oder eine einfache Bewertungsliste wird die individuelle Top-Domain eruiert.

Robert Mayer

Damit die Suche nach der richtigen Domain nicht zur Odyssee wird, habe ich hier einige Tipps zur erfolgreichen Domainwahl zusammengefasst:

1. Eine Domain muss merkbar sein

Ein Domainname sollte immer leicht merkbar sein. Generell gilt zwar: je kürzer eine Domain, desto besser. Aber eine kurze Domain wie czqr.at wird trotzdem nicht ihren Zweck erfüllen. Sie ist einfach schwer merkbar.

Fantasie-Begriffe können in Sachen Merkbarkeit oft punkten – sofern sie leicht von der Zunge gehen. Ein Wort wie „zalando“ klingt nicht nur harmonisch, sondern ist auch leicht weiterzugeben. Was vor Jahrzehnten noch eher an einen italienischen Zauberer denken ließ, ist heute der Inbegriff des E-Commerce Made in Germany.

2. Keep it short and simple

Das Kürzel „KISS“ ist im Designbereich weithin bekannt und heißt so viel wie: „keep it short and simple“ oder „keep it simple, stupid“. Für Domainnamen gilt daher: vermeide Kombinationen von Sprachen oder englische Begriffe, die im Deutschen schwer auszusprechen sind.

Kletterpark4you.at sieht auf den ersten Blick nach einer trendigen und leicht merkbaren Domain aus. Der Nachteil dieses Wortkonstrukts offenbart sich z.B. am Telefon, wenn der Name mündlich weitergegeben werden soll. Was folgt? Erklärende Worte wie „four, also vier auf englisch, aber als Ziffer“ …

Willst du dein Business komplett auf die Online-Schiene setzen, empfiehlt es sich sogar, den Markennamen von der Domain abzuleiten. Ein knackiger Domainname ist in diesem Fall Gold wert. Er ist die solide Basis deines Online-Business.

3. Bindestriche oder nicht?

Nic.at, die zentrale Vergabestelle für at-Domains, empfiehlt: „Ein Domain-Name, in dem man die einzelnen Worte klar erkennt, wird optisch schneller erfasst. User geben bei ihren Suchen oft intuitiv Bindestriche ein. Erleichtern Sie Ihren Besuchern das Leben: mit dem Bindestrich!“

Dies mag bei langen, zusammengesetzten Wörtern zutreffen. Ich persönlich finde aber Bindestrich-Domains einfach unsexy. Der Nachteil liegt beim Eintippen der Domain in die Adressleiste, aber auch bei der mündlichen Weitergabe des Namens: sagt man jetzt „Bindestrich“ oder „Minus“ …?

Mein Tipp: ist die Domain ohne Bindestrich (z.B.: epubranding.at) bereits von jemand anderen registriert, kaufe niemals die Variante mit Bindestrich (z.B.: epu-branding.at) als deine Hauptdomain. Die Gefahr ist zu groß, dass Kunden die falsche Domain ansteuern und ihr Geld beim Mitbewerber lassen. Eine Abgrenzung zu Mitbewerbern kann in diesem Fall viel Ärger ersparen.

Inhaber einer Bindestrich-Domain sollten auf jeden Fall auch die Variante ohne Bindestrich registrieren. Und umgekehrt. So ist man auf der sicheren Seite.

4. Auf die richtigen Keywords setzen

Eine Keyword-Domain (z.B.: spielroboter.at) ist eine gute Alternative, wenn du deinen Markennamen nicht als Domainnamen registrieren willst oder der Domainname bereits vergeben ist. Dann kannst du auf Keywords ausweichen, die dein Business gut repräsentieren. Voraussetzung dafür ist, dass der Begriff auch oft gesucht wird. Ein clever gewähltes Keyword kann – sofern die Website gut strukturiert und bespielt ist – für reichlich Traffic sorgen.

Im Detail musst du auf die richtigen Keywords setzen. So wird schuhe-kaufen.at mehr Traffic bringen als luxustreter-erwerben.at – obwohl beide Domains dasselbe Thema umschreiben.

5. Ümläutdömains

Ich empfehle meinen Kunden, Umlautdomains nur als zusätzliche Alternative zu registrieren. Ist die Domain bereits ohne Umlaut registriert, rate ich stets davon ab, die entsprechende Umlaut-Domain als primäre und einzige Domain zu kaufen. Der Grund ist – wie auch bei Bindestrich-Domains – offensichtlich: durch die große Verwechslungsgefahr könnte ein Kunde die falsche Website ansteuern.

Mein Tipp: verwende die Nicht-Umlaut-Domain (z.B. militaergeschichte.at) als Hauptdomain und lege dort deine Website ab. Registriere auch die dazupassende Umlaut-Domain (militärgeschichte.at) und leite diese auf die Hauptdomain weiter. So kannst du gewährleisten, dass deine Website international gut aufgestellt ist. Denn nicht jeder User auf dem Globus kann auf seiner Tastatur Umlaute hervorzaubern.

6. Die richtige Domain-Endung

Unter der Domain-Endung versteht man die sogenannte Top-Level-Domain (TLD), also zum Beispiel .at (für Österreich) oder .de (für Deutschland). Im Verlauf der letzten Jahre sind zahlreiche Domain-Endungen hinzugekommen. Heute sind weltweit ca. 1.200 unterschiedliche Domain-Endungen verfügbar.

Noch immer sind aber die Domains mit klassischen Endungen wie .at oder .com sehr beliebt. 95% der Befragten der „Global Consumer Surveys“ der ICANN vertrauen ihrer heimischen Länder-TLD, sofern diese gebräuchlich ist. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Bekanntheit und Vertrauen. Und somit ist für österreichische Unternehmen die .at-Domain immer noch die beste Wahl. Sie wirkt für uns sympathisch und schafft Vertrauen.

Ist die gewünschte .at-Domain bereits vergeben, so bietet sich natürlich eine alternative Domainendung an. Statt lederhosen-shop.at kann getrost die Domain lederhosen.shop angeworben werden. Der kürzere und kompaktere Domainname in diesem Beispiel ist noch dazu leichter merkbar.

7. Vor dem Kauf

Teste vor dem Kauf deine Wunschdomain auf Herz und Nieren: besteht die Gefahr, dass der Name falsch ausgesprochen wird? Kann ich die Domain problemlos am Telefon weitergeben? Passt die Domain auf meine Visitenkarte? Ist die Domain auch auf meinem Firmenfahrzeug gut lesbar?

Natürlich macht es auch Sinn, alternative Adressen zu reservieren. Je nach Budget kannst du zusätzlich entsprechende Umlaut-, Bindestrich- oder sonstige Domains kaufen. Diese sollten alle auf eine Hauptdomain weitergeleitet werden, unter der deine Website erreichbar ist. Entscheide also bereits vor dem Kauf, welche deine Hauptdomain werden soll. Diese sollte auch die Basis deiner künftigen Email-Adressen sein.

Übrigens: auch eine vermeintlich schwache Domain lässt sich mit gezieltem Online-Marketing nach oben pushen. Willhaben.at ist per se keine Top-Domain. Aber sie ist leicht zu merken und mit einem finanzkräftigen Unternehmen im Rücken repräsentiert sie heute eine der wertvollsten Websites in Österreich.

To be continued …